Die Haftung

Die Haftung der UG (haftungsbeschränkt)

Ein Tipp vorab

Auch wenn die Gründung der UG (haftungsbeschränkt) mit einem Mindestkapital von 1,00 EUR möglich ist, ist es sinnvoll die Höhe des Stammkapitals dem tatsächlichen Bedarf des Unternehmens anzupassen. Anderenfalls kann das Risiko einer Überschuldung bestehen.


Für die UG (haftungsbeschränkt) gilt, genau wie für die GmbH, das GmbH-Gesetz. Die Haftungsbeschränkung entsteht mit der erfolgreichen Eintragung in das Handelsregister.

Haftungsbeschränkung bedeutet, dass die persönliche Haftung für die beteiligten Personen grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Die UG (haftungsbeschränkt) selbst haftet aber mit ihrem Gesellschaftsvermögen, und zwar mit dem gesamten Vermögen und nicht nur mit dem Stammkapital.

Beispiel

Ist das gesamte Kapital der UG (haftungsbeschränkt) aufgebraucht, steht zum Ausgleich von Verbindlichkeiten keine Masse mehr zur Verfügung. Ist hingegen ein Gesellschaftskapital von 50.000,00 EUR vorhanden bei einem Stammkapital von 1,00 EUR, haftet die UG (haftungsbeschränkt) mit den gesamten 50.000,00 EUR.

Die Haftung der Geschäftsführung

Grundsätzlich ist die Haftung des Geschäftsführers ausgeschlossen. Der Geschäftsführer hat dabei jederzeit im Interesse der Gesellschaft diese zu führen. Dabei muss er gewinnorientiert und effizient arbeiten. Nachweisbare Pflichtverletzungen können dazu führen, dass eine Haftung des Geschäftsführers eintreten kann.

Aufgabenbereiche des Geschäftsführers, die bei einer Pflichtverletzung oder Sorgfaltspflichtverletzung zu einer persönlichen Haftung führen können

    • Ordnungsgemäße Buchhaltung sowie Erstellung der Steuererklärungen
    • Die pünktliche Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuern
    • Die pünktliche Anmeldung und Abführung der Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge, sofern Angestellte vorhanden sind
    • Vertrauensstellung gegenüber den Gesellschaftern, insbesondere bei Spekulationsgeschäften
    • Bei Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft (drohende Insolvenz) ist ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen
    • Zahlungen an die Gesellschafter, die zur Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft führen müssen

    (Auflistung nicht abschließend)

    Die Haftung der Gesellschafter

    Eine private Haftung für den Gesellschafter ist auch grundsätzlich ausgeschlossen. Das Risiko liegt lediglich in dem Verlust der Stammeinlage.

    Eine Haftungsbeschränkung wird wirklich nur in Ausnahmefällen nicht gewährt, z.B. bei Missbrauchsfällen oder Insolvenzverschleppung. In diesen Fällen können sowohl der Geschäftsführer als auch die Gesellschafter privat zur Rechenschaft gezogen werden.

    Im vorstehenden Text wird die „UG (haftungsbeschränkt)“ bzw. „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ teilweise auch nur mit „UG“ oder „Unternehmergesellschaft“ abgekürzt. Hierbei handelt es sich aber immer um die UG (haftungsbeschränkt) gemäß § 5a GmbH-Gesetz.

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